Ich kann nicht mehr
Ich bin 21 Jahre alt, Student, und wohne in Köln.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Habe nun seit 2 Jahren Depression, einige Therapien probiert, ein Medikament genommen (seit kurzem ein anderes ausprobiert) und es wird einfach nicht besser. Ich kann mir nicht mehr helfen. Ich habe letzten Freitag an Selbstmord gedacht, wie schon einige Male und habe einen Abschiedsbrief für meine Familie geschrieben. Ich habe den Brief geschrieben und mich gut gefühlt, weil ich das erste mal seit langem wieder Herr über mein Leben, über die Dinge war. Am nächsten Tag habe ich den Brief verbrannt und mir vorgenommen, mich in die Psychatrie einzuweisen, mich stationär aufnehmen zu lassen, weil ich sonst einfach keine andere Lösung mehr sehe. Nun ist es so, dass ich meine Semesterferien verlängert habe, weil es mir so schlecht geht. ich war diese Woche schon 2 Mal bei einem sehr guten Psychologen. Es hilft sehr, was er macht, aber es greift noch nicht so richtig. Ich muss nur ein paare Stunden alleine sein, was ich hier oft bin, und schon ist es wieder dasselbe. Ich hätte gerne längerfristige Änderungen, nur für die fehlt die Zeit, wie es scheint. Ich bin Schauspielschüler in einer privaten Hochschule, dort herrscht starker Druck. Ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen, weil ich mir diese Zeitfür mich nehme. Bitte helft mir.
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Ich bin 51 Jahr, also 30 Jahre älter als du und ich leide auch unter Depressionen....ich weiß nicht genau...aber ich glaube seit meiner Kindheit schon! Ich wurde von meinem Vater psychisch und pysisch misshandelt, das hörte erst auf nachdem ich das Elternhaus mit 18 Jahren verließ. Ich war zweimal verheiratet und habe drei erwachsene Söhne! Nach meiner zweiten Scheidung mit 45 Jahren, habe ich endlich eine Therapie gemacht da ich bis dahin so einiges erlebt hatte. Bulimie und Magersucht im Wechsel 23 Jahre lang,Depressionen die immer wieder auftauchten und die ich versuchte alleine unter Kontrolle zubringen da ich ja meine Söhne großziehen mußte, und das sollte perfekt werden, da ICH ja nicht perfekt war sollten meine Söhne nicht darunter leiden und nichts merken! Mein ältester Sohn ( jetzt 27J)ist behindert zur Welt gekommen und die ersten 12 Jahre, dachte ich, ich zerbreche daran...bin ich aber nicht! Er ist mittlerweile ein wunderbarer, fast selbständiger junger Mann geworden der arbeitet und eine zwar betreute, aber eigene Wohnung hat! Meine beiden anderen Söhne ( 19J/23J) haben einen grandiosen Schulabschluß hingelegt und einen wunderbaren Ausbildungsplatz gefunden! Und Ich habe vor 2004/05 eine ambulante Therapie über vier Monate in einer Tagesklinik gemacht....morgens um 8 Uhr hin und nachmittags um 16 Uhr nach Hause....ohne psychopharmazeutische Medikamente denn die machten mich zu einem gefühlslosen Zombie( hatte mein Hausarzt mir verschrieben) Ich habe in der Therapie die Geschichte mit meinem Vater verarbeitet und heute ist mir diese Geschichte egal, die Therapie war ein voller Erfolg und ich bin froh mir die 4 Monate genommen zu haben!
Seit einiger Zeit habe ich aber wieder Depressionen...!
Ich bin jetzt alleine, was mich nicht stöhrt.....ich bin sogar froh und glücklich darüber dass ich niemanden mehr versorgen muß....aber ich bin im letzten Jahr im Oktober entlassen worden, die Wirtschaftskriese wurde benutzt um einige im Betrieb zu entlassen...mich auch! Ich habe ein Rückenproblem und mache zur Zeit eine Weiterbildung zur Betreuung von Demenzkranken Senioren, nicht körperliche Pflege( könnte ich nicht) sondern Alltagsbetreuung und ich bin im Juli damit fertig...das Problem ist....Ich mußte mein altes Auto abgeben weil es einen Motorschaden hatte. Jetzt stehe ich praktisch mit einem Bein im Hartz4 System da ich ohne Auto auch keine Betreuung machen kann. Ich habe im Arbeitsamt um ein Darlehn gefragt was ich dann abbezahlen könnte, aber die lehnen das ab mit der Aussage, ich könnte ja mit einem Fahrrad fahren, Altenbetreuung mit dem Fahrrad, soein Blödsinn! Ich habe niemanden der mir helfen könnte und somit ist alles eine Frage von Zeit bis ich am Boden liege!
Was für ein System in dem wir leben....ich kann nicht bis zur Rente von Hartz4 leben....in den Jahren mit meinem behinderten Sohn , konnte ich viele Jahre nicht arbeiten und in meine Rente einzahlen....ich brauche die letzten 14 Jahre noch!
Du siehst.....das Leben ist nicht einfach.....meins hängt jetzt davon ab ,ob ich ein Auto habe oder nicht! Was soll ich machen, mich stellt niemand ohne Auto ein....habe schon sämtliche Pflegeeinrichtungen befragt....das ist aussichtslos!
Also was ich dir in deiner Situation raten kann....du bist Student also, hör auf deine Zeit therapeutisch zu stückeln und hier und da im Unterricht zu fehlen....und ganz sicher ist....Medikamente in deiner Situation...du bist Schauspielstudent.....wie kannst du denn noch wichtige Emotionen rüberbringen wenn du unter den Medikamenten keine mehr hast?
Ich habe zur Zeit Zukunftsangst und wieder, immer öfter deswegen Depressionen. Mein Arzt hat mir vor drei Wochen Medikamente verschrieben, die ich bis heute nicht genommen habe! Warum? Weil ich mehr Angst vor diesen Medikamenten habe als vor Allem anderen....denn sie machen dich innerlich tot, ohne Gefühle, ohne Freude auf oder über irgendetwas....Wie willst du aus den Depressionen raus kommen wenn du nichts mehr empfindest... nur noch Gleichgültigkeit allem gegenüber? Ich möchte selber entscheiden ob ich weine oder lache! Gut! Zur Zeit heule ich mehr als dass ich lache, weil ich nicht weiß wo ich ein Auto her bekomme, aber wenn ich mich mit psychopharmaka betäube,
mache ich es nur schlimmer als besser!
Was dein Gefühl angeht....nicht mehr leben zu wollen...sei dir sicher, ich kenne das! Mehr als einmal hatte ich dieses Gefühl und den Wunsch....ich gehe ins Bett und wache nicht mehr auf! Meine Ehen waren gescheitert, mein Selbstwertgefühl war nicht mehr vorhanden! Aber....ich konnte mich nicht einfach davon machen....meine Söhne waren da und die konnten nichts dafür dass es mir nicht gut ging!
Und heute bin ich alleine....also ich könnte ja jetzt..... ABER....
ich bin neugierig wie ich es schaffe das Problem zu lösen....Ich bin neugierig auf das was noch kommt! Ich brauche Hilfe...keine Frage....ich kann mir nicht 5 tausend Euro aus dem Ärmel schütteln um ein Auto zu kaufen.....die Banken geben mir nichts weil ich arbeitslos bin....Freunde und Familie habe ich nicht die mir helfen könnten....meine Kinder...geht garnicht, die leben ihr Leben und brauchen ihr Geld selber( Ausbildung) und es käme für mich nicht in Frage! Also.....schau ich was ich tun kann!
Du sagst du bist in einer privaten Hochschule.....ich kann dir den guten Rat geben...lass das , ein bisschen hier und ein bisschen da Therapie! In jeder Stadt gibt es psychologische Tageskliniken....erkundige dich...das kannst du über das Internet machen oder über deinen Hausarzt...nicht deinen Psychologen weil der ja seinen Patienten nicht verlieren will und dir sicher abraten wird....! Dann solltest du dir einen Termin dort geben lassen und ein Beratungsgespräch führen. Dann wäre die Möglichkeit gegeben dich für die Zeit krankschreiben zu lassen damit du eine intensive Therapie machen kannst, die hundert Mal effektiver ist als hier und da ein bisschen! Ausserdemlernst du in dieser Therapie deine Depression selber einzuschätzen...soll heissen, du kannst selber entscheiden ob dich deine Depression beherrscht oder du sie!
Ich habe das gelernt und weiß heute ganz genau, Depressionen kann man in den Griff bekommen ...auch ohne diese Medikamente die einem das letzte Stückchen Gefühl nehmen und man nur noch der Schatten seines Selbst ist!
Denk einmal darüber nach was die Tagesklinik angeht....und wenn du noch etwas wissen möchtest.....Melde dich einfach! Liebe Grüße, MARIE
Ach ja,...bitte entschuldige....ich wollte dir nicht mit meiner Geschichte die Ohren volljammern, sondern dir nur zeigen.....Egal was ist....und war...es kann weitergehen,
wenn DU es willst! Sei dir sicher es geht weiter!